Mile 101 Blog 32

Februar 9, 2008

Kevin und ich wollten morgen nach Mile 101 fahren.
Im Augenblick zeigt das Thermometer allerdings -41 C und dem Wetterbericht nach werden nordwestlich von Fairbanks morgen ca. -50 C erreicht werden.
Kevin rief mich heute abend an:
“ Ich hatte echte Probleme heute morgen meinen Wagen zu starten.“ Den Rest liess er in der Luft haengen. Der Dogdrop, fast 60 km vom naechsten Ort (Central) entfernt, ist nicht unbedingt der schoenste Platz um bei heftigen Minustemperaturen stecken zu bleiben.
Plastikkabel brechen und selbst die biegsamen Kupferrohre (Heizoel fuer zwei Oefen im Dogdrop) die ich austauschen wollte, brechen weit schneller als sie sich biegen lassen. In manchen Autos splittern bei solchen Temperaturen die Ueberzuege der Fahrersitze wenn man sich drauf setzt.
„Wenn wir dort die Nacht ueber ohne Strom verbringen werde ich den Truck in solchen Temperaturen am Morgen wahrscheinlich nicht starten koennen, aber ich kann Holzkohle bringen um den Motor anzuwaermen.“
Nun ja, es waere nicht das erste hartgefrohrene Salami-Broetchen an dem ich genagt habe, aber die Idee von -50C interessiert mich wenig.
„Hast du am Donnerstag noch Zeit ?“, frage ich. „Viel haerter kann es ja eigendlich nicht werden. Wieso warten wir nicht mal 24 Stunden ?“
Die Erleichterung in seiner Stimme ist leicht herauszuhoehren: “ Ja, … eigendlich waere ich auch dafuer.“
Die Temperaturen langsam dem Wochenende zu steigen. Auch ich bin erleichtert. Wir werden am Donnerstag hochfahren.
Temperaturen waehrend des Starts des Rennens sollen Wettervorhersagen um -25C liegen. Um den grossen Unterschied zwischen -40 C und -25 C zu verstehen, muss man ihn wohl erlebt haben.
-25 C laesst sich handhaben,…. 40 C bedarf weit hoeherer Aufmerksamkeit und Disziplin, denn Erfriehrungen sind lange nicht so leicht zu spueren wie Kaelte, trocknet Hunde wie Musher mit jedem Atemzug aus …..und kann eventuell toedliche Folgen (oder Amputationen) fuer diejenigen nach sich ziehen, die einsetzende Anzeichen von Erfrierung oder Dehydration nicht rechtzeitig deuten oder keine Moeglichkeiten haben diese zu Beheben.
Nein, …. ich uebertreibe nicht. Leider…. !
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Auch ich habe Carsten Thies‘ Artikel auf der offiziellen deutschen Webseite gesehen und kenne die meisten Leute seiner Crew. Allerdings kenne ich keinen der Gruppe so gut wie Carsten, der mit mir zusammen in 2003 das Yukon Quest Photoalbum gruendete und seitdem darauf aufgebaut hat.
Damals hatte er nur eine einzige gute Photokamera und lieferte hervorragende Bilder.
Nicht nur ist er in den letzten 5 Jahren in photographischer Hinsicht gewachsen, sondern hat auch nun eine hervorragende Crew um sich gesammelt.
Carsten wird dieses Jahr wahrscheinlich versuchen, den Trail zwischen Circle City und Dawson mit seinem Motorschlitten abzufahren. Er ist ein hervorragender Motorschlittenfahrer und ich freue mich jetzt schon auf die Photos, die er vom Trail zurueckbringen wird.

(Ende Teil 1)

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Mile 101 Blog 31

Februar 9, 2008

Als die Tieraeztin – mehr als zufrieden mit den Hunden – die junge Musherin verlaesst, rede ich mit ihr um sie wach zu halten. Sie sieht mit 14 Jahren weit unterkuehlter als ihre Hunde aus. Immerhin rollten sich vier ihrer Hunde bei ihrer Ankunft genuesslich im Schnee. Dem Hundeteam geht es gut und ich bewundere die 14jaehrige Musherin fuer den Trail, den sie ausgewaehlt hat. Das Junior Quest ist kein leichtes Rennen.
Das ungeschriebene, aber immer geltende Gesetz ist, dass Musher nach einer langen Strecke zuerst die Hunde fuettern bevor sie selbst essen; den Hunden (falls vorhanden) Stroh geben bevor sie ihren eigenen Schlafsack ausbreiten.
Die Hunde der jungen, mit den Zaehnen schnatternden Musherin sehen weder besorgt noch hungrig aus. Sie erscheinen eher unzufrieden ueber die Rast.
Ich deute auf den Strohballen und meine: :“Geb den Hunden was Stroh und geh in den Checkpoint rein um dich aufzuwaermen. – Wann hast du sie zum letzten Mal gefuettert und getraenkt ?“ – „Vor drei Stunden.“
„Wieviel Wasser hast du selbst seit dem Start getrunken ?“  – „Kurz vor dem Start des Rennens eine Cola.“
‚Ah, der typische Fehler, dem selbst Rookies des grossen YQ zum Opfer fallen‘, denke ich. Voellig ausgetrocknet.
„Gib deinen Hunden das Stroh, geh rein, waerm dich auf, trink Wasser… und viel davon.“  Ich mache mir Sorgen.
Obwohl ich kein Musher bin haben mir hervorragende Langstreckenmusher, Tieraerzte und Richter ueber das letzte Jahrzehnt meist ohne es zu wissen vieles beigebracht. Ich kann keinen Schlitten packen, aber ich kann sicherlich den Zustand eines Hundeteams oder eines Mushers lesen.
Dies ist auch sicherlich nicht das erste Mal, dass einen Musher sich als schwaechstes Glied eines guten Musher/Hund Teams herausstellt.
Die Musherin teilte das Stroh aus und die Hunde freuen sich. Sie fuehrte eine erstaunlich gute Meute und fuettert diese auch eine Stunde spaeter.
Naechstes Jahr wird sie hoffentlich den Wetterbericht vor dem Rennen lesen und mit besserer Kleidung antreten, aber man kann ein 14jaehriges Maedchen, das solch ein Rennen mit 10 Hunden antritt nur bewundern.

Fuer die Jugendlichen war das Rennen eine hervorragende Erfahrung obwohl, oder wei die Temperaturen im spaeteren Ablauf des Rennens auf -35C absackten.
Ava Lindner gewann das Rennen dieses Jahr und wird naechstes Jahr 18 Jahre alt werden.
Obwohl sie damit nicht mehr am Junior-Quest teilnehmen darf, werden wir sie sicherlich in der Zukunft in einigen der grossen Rennen sehen. Das selbe gilt fuer Wade Marrs, der ca. 15 Minuten nach Lindner das Rennen beendete.
Musher dieser Art, die Mittelstreckenrennen in solch einem Alter unter solchen Temperaturen gewinnen, sollten von der ‚alten Garde‘ immer im Augenwinkel behalten werden.
Es ist eigendlich eine Ehre die jungen Musher in Checkpoints wie ‚Twin Bears‘ heranwachsen zu sehen und den unumgaenglichen Fehlern zuzugucken die sie machen und von denen sie lernen.
Peter

PS:
Werde ueber 101 hoffentlich Dienstag berichten.
Eric, Brad und Ron sind dieses Wochenende dort gewesen waehrend ich den ‚Twin Bears‘ Checkpoint leitete und haben einiges (Ofenrohre, etc)  repariert. Der Trail bis zum Gipfel ist nun komplett abgesteckt.
Ich werde wie gesagt am Mittwoch mit Kevin hochfahren….

Mile 101 Blog 30

Februar 9, 2008

Obwohl sich dieses Blog um den Mile 101 Dogdrop drehen sollte, moeche ich hier meinen ‚Checkpoint Manager Bericht‘ des Junior Quest einfuegen.
Die jungen Musher, denen ich begegnete haben dies sicherlich verdient:
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Eigendlich war es Spass den Twin Bears-Checkpoint zu eroeffnen.
Es bedurfte viel gespaltenes Holz um die zwei grossen Huetten aufzuwaermen, aber das Wetter machte es uns leicht. Draussen waren es nur -15 C.
Freitag abends fielen die Temperaturen allerdings auf -20 C und am Abend an dem die jugendlichen Musher des Junior-Quest ankamen, sackten die Temperaturen auf -30 C.

Eine 14-jaehrige Musherin erschien unterkuehlt und leicht verwirrt als sie fuer eine 8-stuendige Rast bei uns ankam. Ein Rennrichter, der mit einem Motorschlitten zurueck auf den Trail fuhr um das naechste Team zu finden, schlug ihr auf die Schulter und meinte: „Du willst mir doch nicht erzaehlen, dass du aufgibst weil es dir kalt ist, oder ?“
Zu mir murmelt er: “ Sieh zu, dass sie sich bewegt. Bleib bei ihr.“
Einige andere Musher waren vor ihr in den Checkpoint eingefahren und arbeiteten ohne Probleme mit ihren Hunden.
„Beweg dich, nimm die Booties ab.“, meine ich. (‚Booties‘ sind Schutzschuhe fuer Schlittenhunde.)
Der Tierarzt ist zur Stelle und fraegt nach den Hunden. Ich trete zurueck und bewundere wie die 14-jaehrige Musherin langsam durch ihr Team geht und nach 90 km Trail mit klappernen Zaehnen ihre Hunde ueberdenkt und diskutiert. Den Hunden geht es gut.
Mein Blick senkt sich auf eisverkrustete Carhart-Jeans (was zum Teufel, … bei -30C )  die sie traegt, dann zurueck auf Fausthandschuhe mit denen sie vergeblich versucht ‚Booties‘ abzustreifen oder ‚Gangline snaps‘ von den Hunden zu loesen.
Sie steht seit zwei Minuten regungslos im Dunkeln um sich ein Lob ueber die Gesundheit ihrer Hunde und die Idee von Pfotensalbe anzuhoehren.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich gerne einen Tierarzt am Arm greifen wuerde, aber diese sind nun Mal unantastbar. In gewisser Hinsicht ist dies auch gut so.
Als der Tierarzt geht, denke ich immer noch an die Warnung des Rennrichters: “ Sieh zu, dass sie sich bewegt. Bleib bei ihr.“
Curtis Ehrhart, der mir diese Warnung gab ist nicht ‚irgendein‘ Rennrichter. Ich kenne ihn seit Jahren als hervorragenden Musher, Rennrichter des 1600 km Yukon Quest und als jemandem, dem man besser zuhoehrt.
Die junge Musherin versucht mit Fausthandschuhen die ‚Booties‘ ihrer Hunde abzunehmen und ich muss den Regeln nach geduldig zuschauen. Es tut mir weh : „Hast du Fingerhandschuhe?“, frage ich.
„Nein“.
Sie ist ohne Zweifel durch Wasser gefahren; den gefaehrlichen „Overflow“, der selbst bei strengen Minusgraden Wasser an die Oberflaeche eines Flusses druecken kann.
Abgesehen davon, dass ich an YQ-Regeln gewoehnt bin die Mushern heftige Strafen geben falls Aussenstehende dem Team helfen, versuche ich mich in der kalten Nacht damit zu beruhigen, dass dieses Rennen eine Lehre sein soll.
Lehren koennen allerdings bei -30 C nicht zu weit gehen.
Ich tue, was noetig ist.
Das Junior-YQ ist nicht dem im Sueden Alaskas abgehaltene Junior Iditarod gleich, in dem Temperaturen selten unter -10 C sinken.
Der Unterschied zwischen -10 C und -35 C ist …. wie soll ich es beschreiben…. Ritterruestung und Keflar-Weste ?
Temperaturen fielen in dieser Nacht auf -35 C und selbst erfahrene Musher aendern in solchen Naechten ihre Strategie.
(Ende Teil 1)

Mile 101 Blog 29

Februar 9, 2008

Der Truck ist gepackt und morgen werden ich mit meinen Kindern aufbrechen um den Twin Bears Checkpoint zu eroeffnen.
Meine offizielle Bezeichnung ist „Checkpoint Manager“.

Dieser Checkpoint ist fuer die 8-stuendige Zwangsrast des 200 km Junior Yukon Quest nach ca. 100 km (Halbzeit) zustaendig. Im Junior Quest duerfen nur 14-17 jaehrige Teilnehmer antreten.
Manchmal ist der Musher der schwaechste Teil des Teams und manchmal der staerkste Teil.
Wir graben immer einen Platz fuer ein Lagerfeuer in den Schnee, an dem die jungen Musher nachts waehrend der Rastzeit viel zu viel Zeit verbringen.
Meine Frau Kelly kocht hervorragendes Abendessen und Fruehstueck fuer die Musher, …. und wie immer fuer die notorisch hungrigen offiziellen Richter des Rennens.
Die jungen Musher geniessen ein bischen mehr Nachsicht, erhalten ein paar mehr Ratschlaege vom Marshal des Rennens, mehr Informationen von Tieraerzten, eher eine lange Rede als eine Strafe von Rennrichtern ; ansonsten sind die Regeln dem 1600 km eigendlich gleich.
Ich bewundere diese jungen Menschen und wie sie ihre Hunde fuehren, … wie sie Fehler ernsthaft untereinander diskutieren, spekulieren,…. davon lernen.
Ich habe einige dieser Musher spaeter weit selbstsicherer und mit einem hervorragendem Langstreckenteam in ‚Dogdrop Mile 101‘ wiedergetroffen und habe keine Zweifel, dass ich im hohen Alter eines dieser ‚Kinder‘ das Yukon Quest oder den Iditarod gewinnen sehe.
Es macht einfach Spass, fuer solche jungen Musher einen Checkpoint aufzubauen an dem sie trainieren koennen….  
Ich freue mich ehrlich gesagt auf dieses Wochenende.
Vieles liegt heute abend auf der Ladeflaeche meines Trucks was auch kommendes Wochenende im Dogdrop benutzt werden wird.
Training…..
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Zum selben Zeitpunkt werden allerdings Ron, Travis und Eric zum Dogdrop Mile 101 fahren um dort eine Satelittenschuessel aufzubauen und um Parkplaetze fuer die 39 erwarteten YQ-Teams (YQ und YQ300) in den Schnee zu legen.
Wer Fragen ueber das Auslegen von Rastplaetzen hat sollte sich den Blog-Eintrag vom 6.Januar angucken.

Eric hat eigenen Aussagen nach schon 22 Parkplaetze in den Schnee gelegt als er am 17. Januar in Mile 101 war, aber zwei Stuerme und ueber 50 cm Neuschnee haben diese wahrscheinlich fast unsichtbar gemacht.
Eric’s Antwort darauf war: “ Den Schnee kann ich lesen. Ich werde die Parkplaetze einfach nochmal nachfahren.“
Trotzdem ist es bewundernswert wie er sich um Mile 101 kuemmert obwohl er nun ein offizieller YQ-Trailbreaker ist.
„Peter, …. Mile 101 wird immer mein Heim auf dem Yukon Quest Trail sein.“
Seine Augen geben den Worten mehr Gewicht als ein fester Handschlag. Gut. Danke.
Ich nicke.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich stolz bin ein Teil solch einer guten Crew zu sein.

Da ich ueber das Wochenende allerdings den ‚Twin Bears‘-Checkpoint fuer das Junior Yukon Quest eroeffne und die Jungs nach Mile 101 gehen um uns fuer’s kommende YQ-Rennen ans Internet anzuschliessen, wurde heute abend folgendes beschlossen:

Travis und Ron sind inoffizielle Motorschlittenfahrer des 101 und Hamster (Ham-Radio Operators). Ich muesste sie hier noch vorstellen, bezweifele allerdings, dass ich vor dem Rennen Zeit dazu haben werde.
Sie werden mit Eric dieses Wochenende nach 101 fahren und die Satellitenschuessel aufbauen, Kabel fuer Generatoren durch den Schnee zu zwei Huetten legen, von Eric mehr ueber den Trail lernen und die schon eingerichteten Musher-Parkplaetze in Mile 101 nochmals abfahren und diesmal mit Markierungen abstecken.
Am kommenden Mittwoch werde ich dann mit Kevin Abbnet (the hamster) dort hochfahren. Waehrend er die Satellitenschuessel einstellt – hochkompliziert…, hat irgendwas mit speziellen Computerprogrammen, Graden und Winkeln zu tuen – wird es wahrscheinlich meine Aufgabe sein Holz zu spalten und Oeloefen in zwei Huetten in Gang zu bringen.
Das Leben eines Dogdrop Managers….

Ich freue mich darauf etwas von ihm zu lernen.
Um so mehr freue ich mich allerdings mal wieder auf den Anblick der kahlen Berge, die so viele Geschichten zu erzaehlen haben.
Ehrlich gesagt ist Mile 101 der einzige Platz an dem ich mir je gewuenscht habe ein Musher zu sein und ein Team zu haben um den Berg anzugehen. Nicht als Kampf, nicht als Rennen, sondern als freundschaftliches Spiel im Team mit den Hunden….
Zu dieser Zeit hing die Sonne allerdings im strahlend blauem Himmel ueber dem kalten Schnee und jeder gute Schlittenhund haette sich um einen Platz im Team gestritten.
Habe ich schon erwaehnt,dass ich kein Musher bin ?

Peter

Mile 101 Blog 28

Februar 9, 2008

Manchmal wir behauptet, dass Eagle Summit garnicht so schwierig ist.

Die Crew in Mile 101 hat viele gute Musher begruesst, die sagten: „Es ist ein recht netter Huegel, aber ich habe keine Ahnung wieso sich Musher ueber diesen Hubbel beschwehren.“
Dies sind Reden, die besonders bei sonnigem, windstillem Wetter und lockeren -15 C mittags recht gut klingen.
Man antwortet diesen meist neuen Mushern des YQ nicht sondern nickt und hoehrt andaechtig zu wie laecherlich der Berg doch eigendlich ist.
Das „Du hast keine Ahnung wieviel Glueck du gehabt hast“, behaelt man nach ueber 10 Jahren als Dogdrop Manager fuer sich selbst.
Erfahrene YQ-Musher, die diesen Berg waehrend einer der oft vorkommenden Stuerme mit Winden bis zu 100 km/h,  Temperaturen von -40C und dann auch noch nachts angingen, wissen weit mehr ueber den ‚Huegel‘, der dort so harmlos unter strahlend blauem Himmel sitzt.

Heute erhielt ich Photos des Trailberichts von Eric Cosmutto, der mit einigen anderen Motorschlittenfahrern um den 17.Januar den gesamten Trail zwischen den Checkpoints Chena Hot Springs und Central abgefahren ist.
Wer diesen Teil des Trails um 2 Uhr morgens in einem 450 km Rennen (YQ300) oder im 1600 km Yukon Quest mit noerdlichen Winden von mehr als 80 km/h angeht, muss sich mehr auf seine Leithunde als auf sich selbst verlassen.
In dieser Gegend des Eagle Summit sind 2006 nachts waehrend eines starken Sturmes und Sichtweiten unter 10 Meter – soweit sich dies recherchieren liess-  drei Teams nach rechts abgebogen…. und haben sich hoffnungslos verirrt.

Die Trailbreaker des Yukon Quest haben schon vor zwei Jahren die Methode der 3Fuss-Markierung eingesetzt.
Dies loeste allerdings in keinster Weise das Problem in denen Musher sagten: „Ich konnte nachts waehrend des Schneesturmes keinerlei Markierungen erkennen. Ich konnte im Licht meiner Stirnlampe vom Schlitten aus noch nicht einmal meinen Leithund sehen.
Dieses Jahr werden weit mehr Markierungen den Weg nach Central weisen.
Ob dies wohl genug ist ?

Zwischen den nun schon fast als ‚alt‘ angesehen 3Fuss-Markierungen werden jedes Jahr die entlang des gesamten Trails zu findenden ‚Trailmarkierungsstaebe‘ (Trail Marker) gesetzt, die allerdings von heftigen Winden innerhalb kuerzester Zeit umgeblasen werden, da es auf dem Ruecken des Eagle Summit selten genuegend tiefen Schnee gibt um die ‚Marker‘ aufrecht zu halten.
Was tuen ??
Man nimmt einen Motorschlitten, mehrere alte Reifen……

……und ein paar Steine.
Hier sieht man nun einen Trailmarker auf Eagle Summit, der auf diese Weise errichtet wurde.
Das sollte halten, oder…. ?

Vielen Dank an Eric fuer diese Photos.
Ein ausfuehrlicher Trailreport (24.2.) kann nun in englisch auf der offiziellen englischen YQ-Webseite gelesen werden.
http://www.yukonquest.com/servlet/viewnews?id=862&resolution=1024&referer=http://www.yukonquest.com/servlet/viewnewslist?null&resolution=1024

Das Yukon River-Eis wird diesem Bericht nach eines der groessten Hindernisse auf dem Weg nach Whitehorse sein.
Aber darueber werden wir spaeter reden….
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Am Schluss dieses Eintrags sollte uebrigens erwaehnt werden, dass die oben gezeigten Photos den Eagle Summit nur von seiner leichten Seite (Aufstieg von Mile 101 zum Gipfel) zeigen.
Die steile Seite des Berges – der Abstieg nach Central im diesjaehrigem Rennen – oder der Aufstieg in Richtung Mile 101 wenn das Rennen 2009 in Whitehorse beginnt – ist in diesen Photos nicht enthalten.

Peter

Mile 101 Blog 27

Februar 9, 2008

25. Januar:Wie ich heute herausfand hat Aaron Burmeister dem YQ-Rennen nun auch abgesagt. Langsam gehen mir die schlechten Nachrichten etwas auf die Nerven.
Immerhin hatte ich ja schon vor einiger Zeit erwaehnt, dass zumindest meiner Meinung nach Aaron einer der einzigen drei Musher ist, die Lance Mackey’s Team schlagen koennten. Natuerlich goenne ich Lance den Sieg, aber wie leicht soll man es ihm machen
Obwohl ich Lance jetzt schon fast den Sieg zuschreibe, denke ich trotzdem wieder an Carsten Thies‘ Worte: „Der Teufel ist ein Eichhoernchen. Vieles kann auf einem 1600 km Trail passieren…..“
Als Hans Gatt das Rennen dreimal hintereinander gewann hatte er es allerdings mit weit mehr formidablen Teams zu tuen, als er sich das Siegergeld verdiente.

Naja,
dieses Wochenende wird der ‚Fooddrop‘ stattfinden. Dort werden Musher ihre Proviant- und Ausruestungssaecke abgeben, die dann an die Checkpoints weitergegeben werden.
Spaetestens dann wissen wir, wer wirklich am Rennen teilnehmen wird. Musher sind nicht so dumm diese kostbaren Saecke mit Hundefutter, Snacks und Booties (Hundeschuhe) ueber die gesamte Rennstrecke zu verteilen um dann noch abzusagen.
Spaetestens Montag werden wir wissen, wer den langen, harten Trail mit seinen wenigen Checkpoints wirklich angehen wird.

Kevin (‚the hamster‘) Abnett rief mich gestern Abend an und meinte, dass er kommende Woche nach Mile 101 fahren will um dort die Sattelitenschuessel fuer unseren Internet-Kontakt aufzubauen. Ich werde wahrscheinlich mitfahren.
Fuer heute nacht und morgen sind Temperaturen von -35C unter sternenuebersaehtem oder strahlend blauem Himmel vorhergesagt. Diese Temperaturen sollte sich allerdings bis kommende Woche aendern.
Es waere schwierig unter solchen Konditionen (101 besteht aus mehreren stromlosen, verlassenen und damit ungeheizten Huetten) die richtige Einstellung und den richtigen Satteliten mit der Schuessel zu finden.

Peter

Mile 101 Blog 26

Februar 9, 2008

Donnerstag, 24.Januar
Mike, meine rechte Mile 101-Hand (und der Manager des Dogdrops wenn ich nicht zugegen bin) kam gestern ploetzlich bei mir vorbei:
Sein Bruder liegt anscheinend ‚unten‘ in der USA im Sterben. Mike wollte noch kurz Ausruestung fuer den Dogdrop bei mir abliefern um dann abzufliegen. Er weiss nicht genau, wann er zurueckkommen wird.
Obwohl er blass und traurig aussah meinte er: „Ich bin wahrscheinlich bis zur Quest zurueck. So wie es aussieht wird mein Bruder in den naechsten Tagen unter die Erde kommen.“
Ich gab ihm selbstgeraeucherten Lachs fuer seine Familie mit. Obwohl dies wenig originell erscheint war es die einzige Geste, die mir in diesem unerwarteten Augenblick einfiel. Wir gaben uns ohne viele weitere Worte die Hand.
Zu gewissen Zeiten sind Worte recht sinnlos.

Mike wird hoffentlich bis zum Quest zuruecksein.
Abgesehen davon, dass auch Eric Cosmutto dieses Jahr nur Vorarbeit im Dogdrop leisten kann da er nun als offizieller YQ-Trailbreaker eingestellt wurde besteht unter einem schlechtem Szenario die Moeglichkeit, dass wir eine stark reduzierte Crew (in Hinsicht auf Erfahrung und Leute) haben werden.
Zur selben Zeit bedarf der Checkpoint die meisten Freiwilligen wenn fast alle Musher aus dem nahe gelegenem Fairbanks innerhalb von wenigen Stunden eintreffen. (Dies schliesst die Musher des Yukon Quest 300 ein, das in Circle endet.)
Wir werden sehen, was passiert.
Im Notfall, Nordmann…, zaehle ich auf deine Hilfe.
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Ich bin immer noch etwas ueber die Wahl des dritten neuen Renn Marshals der Saison erschuettert:
Dough Grilliot ist ohne Zweifel ein guter Mann, wird aber einige Probleme haben die Schuhe des alten Race Marshals Mike McCowan zu fuellen.
Die Wahl des neuen Race Marshals (RM) wird vom Yukon Quest Regel Kommittee getroffen.
Die auf der offiziellen Webseite aufgefuehrte Liste der teilnehmenden Rennrichter war eh schon mager. Nun wird einer der Rennrichter (Grilliot) RM.
Mit anderen Worten haben wir nun einen Rennrichter weniger. Ein mir bekannter Musher hat mir ebenfalls erzaehlt, dass der einzige neue Rennrichter den der eigendliche RM Joe May mit sich brachte ebenfalls gekuendigt hat,….. natuerlich auch aus persoenlichen Gruenden.
Es ist mir ebenfalls schleierhaft wieso sich hervorragende und erfahrene Musher / Rennrichter wie Thomas Tetz und Curtis Erhart nach den letztem Jahren nicht wieder als Richter einfinden.
Waere ich Sherlock Holmes wuerde ich meine Schluesse ziehen. So allerdings runzel ich nur die Stirn und hoffe auf ein gutes Rennen.
Ich wuensche Dough Grilliot eine hervorragende Crew und ein unkompliziertes Rennen.
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Ein weiterer Musher – Michael Mayer aus Fairbanks – hat sich vor einigen Tagen vom Rennen abgemeldet da er die noetigen Qualifikationsrennen nicht bestanden hat.
Wir haben nun ein Feld von 26 Mushern, die den Trail angehen werden.

Einer meiner Bekannten hat gestern angerufen. Normaler Weise gibt er uns immer Elchfleisch fuer ein Musher-Gulasch, hatte sich diesen Herbst allerdings dazu entschieden auf Rehjagd entlang der Inselkueste Kodiak’s zu gehen.
„Sind 5 kg Rehfleisch genug fuer ein vernuenftiges Gulasch ?“ Er fuegt hinzu: “ Manches davon solltest du vielleicht durch den Wolf drehen, aber es ist gutes, frisches Fleisch“. – „Ja klar…, “ meinte ich.
„Dann hohl’s dir ab !“
Mike Hansen hat mehrere Male in Mile 101 als Freiwilliger mitgearbeitet.
Obwohl er von Beruf Tapezierer ist kennt er Eagle Summit und die umliegenden Bergruecken weit besser als ich. In seiner Freihzeit graebt er dort nach Gold.
Ok, neuderdings laeuft der alteingesessene Alaskaner lieber mit einem Metallsuchgeraet als mit einer Goldwaschpfanne ueber die Flussbaenke.
Das groesste Goldnugget, das er allerdings in 2007 fand wurde vor einigen Monaten auf 1850 $ geschaetzt. Die kleineren Funde erwaehnt er genauso wenig wie die Stelle an der er das groesste Nugget gefunden hat. (Schade…., fuer mich…)
Man fraegt aber auch nicht nach der Stelle an der alte Profis wie er Gold gefunden haben. Als Gentleman staunt man nur…. und gratuliert.

Das Reh-Gulasch fuer Dogdrop Mile 101 ist Dank Mike Hanson’s erfolgreicher Reh-Jagd auf jeden Fall gesichert.

Peter