Mile 101 Blog 20

Januar 14, 2008

In 2007 kuendigte ich ebenfalls meine Teilnahme am YQ Web Kommittee, … auch auf Grund politischer Hintergruende die meiner Meinung nach im Kommittee nichts zu suchen hatten. Mehrere Mitglieder des Kommittees das ich damals gruendete wurden danach ebenfalls nicht mehr angesprochen oder kuendigten nach mir, was heute die geringen Infos auf der englischen Webseite erklaert.
Jetzt bin ich wieder ’nur‘ ein Dogdrop Manager,…. genau dort wo ich 1996 angefangen hatte, arbeite allerdings zusaetzlich noch als Manager des Junior Yukon Quest seit 2002  
http://www.junioryukonquest.com im Twin Bears Checkpoint.
Es macht Freude, junge Musher zwischen 14 und 17 Jahren mit ihren Hunden arbeiten zu sehen und wie sie sich entwickeln, von ihren Fehlern lernten und sich um ihre Hunde bemuehen waehrend sie die Kunst des Langstrecken Mushing in sich aufnahmen.
Ein Teil der Mile 101 Crew versucht in ‚Twin Bears‘ die Konditionen eines YQ Checkpoints aufzubauen um den jungen Mushern eine Idee davon zu geben was sie im ‚grossen Rennen‘ erwartet. Unsere groesste Schwierigkeit?
Eltern sind im Checkpoint nicht erlaubt und oft hochempoert.
Meinung der jungendlichen Musher ? „Wow, bin ich froh, dass meine Eltern hier nicht reinduerfen.“
Einige dieser Musher habe ich Jahre spaeter im YQ in Mile 101 wieder getroffen und habe grosse Hochachtung vor ihnen. In kommenden Jahren werde ich hoffentlich weitere der jungen Musher in 101 sehen.
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Im Rueckblick liegen die Erfolge vieler der hier erwaehnten YQ Projekte natuerlich meiner Starrkoepfigkeit zu Grunde. (Das Motto dem YQ gegenueber war: „Wenn ihr’s nicht tut, tue ich es eben selber…“).
Auf der anderen Seite war es vor 10 Jahren Ragnar mit seiner privat aufgebauten deutschen YQ-Site, der mich davon ueberzeugte, dass die Welt gerne mehr ueber dieses Rennen hoehren will und mich auf diese Weise dazu brachte, die oben erwaehnten Internet-Projekte anzunehmen.
Es war Carsten, der das YQ Photo-Projekt annahm, verbesserte, und es selbst dieses Jahr verbessern wird.
Es war die jaehrliche Mile 101 Crew und viele ungenannte Leute, die den Dogdrop nach dem ersten Jahr zu einem sicherem und hilfreichem Rastplatz in einem gefaehrlichem Trailabschnitt machten.
Es war spater wiederum Ragnar, der mich fragte ob ich nicht mehr ueber’s YQ schreiben wollte.
Ich bin stolz mit sovielen guten Leuten ueber die Jahre zusammen gearbeitet zu haben…. und immer noch mit ihnen zusammen zu arbeiten.
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Am Schluss sollte folgendes erwaehnt werden:
Ich bin kein Musher !
Die laengste Strecke auf der ich ein Dogteam gefahren bin waren 200 Meter als ich ein Team ohne Fahrer waehrend des Junior Yukon Quest einfing. Lasst mich hier sagen, dass 10 Hunde sich wie 200 PS mit schlechten Reifen und miserablen Bremsen auf Glatteis anfuehlen. Ich uebertreibe…, aber das veranschaulicht die generelle Idee.
Meine 10jaehrige YQ-Erfahrung kommt von langen Gespraechen mit Mushern, Tieraerzten des Rennens, Trailbreakern, von Mushern und Rennrichtern, langjaehrigen und manchmal recht interessanten Sreitgespraechen mit Race Marshals sowie natuerlich auch durch Diskussionen im YQ Council, dem Ak Board of Directors und als Dogdrop Manger…. wo man das wirkliche Rennen hautnah erlebt aber es nicht selbst bestehen muss.
Sehr oft habe ich gesehen wie Musher nach langem Training und vielen finanziellen Kosten die Gesundheit ihrer Hunde jeglicher Plazierung weit voraus stellten und das Rennen fruehzeitig abbrachen.
Ich habe Musher gesehen, die um kranke Hunde geweint haben.
Ich habe Musher gesehen, die nach dem Tod eines ihrer Hunde hoffnungslos in sich zuzammenbrachen.
Ich habe Musher gesehen, die von ihrem eigenem Team aufgebaut wurden.
Ich habe weit mehr gesehen, als ich schreiben darf.

Mein Respekt vor den Hunden und den Mushern die ihre Teams fuehren, steigt immer noch jedes Jahr und dies ist auch der Grund wieso wir als Mile 101 Crew das tut, was wir tuen.
Es geht nicht um’s Rennen, das YQ oder dessen Politik. Es geht uns sicherlich nicht darum in die der Zeitung, im lokalen Fernsehen oder hier auf dem Internet erwaehnt zu werden.
Es geht uns – und wenig Aussenstehende begreifen dies – um die Hunde und den grossen Respekt den wir als freiwillige Mitarbeiter des Rennens ueber die Jahre fuer die Teams, die Musher und deren Gemeindschaft mit ihren Hunden erworben haben.
Es sollte dazu gesagt werden, dass sich Musher und Teams den Respekt der freiwilligen Mitarbeiter schwer verdient haben.
Freiwillige Mitarbeiter waeren nach 101 nie zurueck gekommen, wenn sie nicht gesehen haetten wie Musher sich mehr um ihre Hunde als um sich selbst kuemmerten, wie besorgt sie um ihr Team sind…, wie sie selbst im Halbschalf und nass bei -40 C eher Handschuhe als Futter vergessen.

Letztlich…,
ich fuehle mich geehrt, dass Leute mich als Dogdrop Manager fragen, ein Buch zu schreiben. Ich frage mich allerdings wieso William, Hans oder Gerry, deren Trails weit mehr Geschichten enthalten als ich je erleben werde, nicht zuerst schreiben sollten.
Jeder von den dreien ist den Trail oeffter mit guten Teams gelaufen als ich ihn mit dem Auto gefahren oder mit dem Flugzeug geflogen bin.

Ich schreibe von Herzen aber weiss nach ueber 10 Jahren mit dem YQ sehr wohl, dass meine Geschichten, Vermutungen und Ideen gegenueber den Erfahrungen solcher Musher wenig bedeuten. Es gibt keinen Grund mich mit einem Buch meiner Halb-Erfahrung laecherlich zu machen.
Ich werde dieses Blog weiterfuehren. Lasst uns einfach Spass haben, und nehmt mich als Nicht-Musher mit einer Prise Salz.

Soweit zu meiner Geschichte…,
genug ueber mich.

Peter

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Mile 101 Blog 19

Januar 14, 2008

Als Mile 101 bekannter wurde, wurde ich 2001 offiziell aufgefordert mich zur Wahl fuer das ‚Alaska Board of Directors‘ des YQ zu stellen und war kurz darauf ein ‚Direktor‘ des Rennens. Nur zwei Monate spaeter wurde ich ins YQ Council gewaehlt (kuendigte damit allerdings meinen Posten als Direktor da ich auch noch heute der Meinung bin, dass kein Mensch beide Posten zur gleichen Zeit wirklich fuellen kann ohne der Integritaet des Rennes zu schaden) und gruendete das Web-Kommittee des Rennens um eine neue, bessere Webseite aufzubauen.
Zu dieser Zeit hatte ich schon seit 1998 fuer Ragnar’s deutsche YQ Webseite geschrieben und erklaerte den alaskanischen Direktoren, dass die englische Webseite erneuert werden muss.
Ich gruendete ein Medien-Kommittee, ein Web-Kommittee und war nebenbei im YQ300 Kommittee, im Junior YQ Kommittee und als Checkpoint Manager des Junior Yukon Quest taetig.
Als die neue englische Yukon Quest Webseite in 2002 herauskam, folgte ich fast dem gesamten YQ-Trail zum ersten mal und schrieb fast saemtliche Reportagen fuer die Site. Es kam mir ehrlich gesagt ein bischen komisch vor, dass ein Deutscher fuer’s Rennen in englisch schreiben muss.
Ich telephonierte die ersten Tage mit den Checkpoints des Rennens und schrieb: „Schickt mir bitte Photos. Die Webseite braucht Photos !!!!“ Es gab kaum Rueckmeldungen.
Carsten Thies traf ich 2003 am Start des Rennens und machte ihn kurzer Hand zum ‚offiziellem Photographen‘ des YQ. (Damals hatte ich genuegend Sagen im Rennen um dies zu tuen ohne auf irgendwelche langwierigen Abstimmungen zu warten…) Er hatte die Energie und den Willen sich photographisch des Rennens anzunehmen.
Es war das erste Jahr, dass das Rennen Photos fast ‚live‘ auf’s Internet brachte.
Zur selben Zeit entwickelte ich das Eagle Summit Motorschlitten-Team des Checkpoints, ein Teil der Crew kuemmerte sich begeistert um Satteliten-Anschluss ans Internet („Photos von Mile 101 ? Klar Peter, das kriegen wir hin….“)  und ‚Mike‘ uebernahm die Aufgabe Teams in den Dogdrop einzuweisen.
Ich war nur noch der Mann im Hintergrund, aber zur gleichen Zeit wurde die 101-Crew zu einem Beispiel wie ein entlegener Rastplatz ohne Strom auf Notfaelle eingerichtet sein kann, Nachrichten auf’s Internet bringen kann und einen soliden Rastplatz bildet.
Danach gruendete ich 2004 das YQ-Video Projekt. Da sich keiner fand um Video des Rennens kostenlos zu schiessen, tat ich es eben selbst…. waehrend Carsten sich mit seinen Photos vom Trail jedes Jahr erneut selbst uebertraf.
http://www.carstenthiess.com

Im daraufkommendem Jahr begann ich nebenbei ebenfalls das YQ-Audio Projekt.
Es war, so argumentierte ich, eine logische Weiterfuehrung der Berichterstattung, fand aber wiederum keinen, der diesen Job annehmen wollte. Ich machte mich selbst daran, dies auf die Beine zu stellen und gleichzeitig das Video-Projekt weiterzufuehren, entpuppte mich allerdings zumindest in Englisch meiner Meinung nach als ein recht mieser Interview-Reporter und hielt mich damit mehr an europaeische Musher in deutsch.
In jenem Jahr vertraute ich der Mile 101 Crew den  Dogdrop an ohne wirklich viel zu organisieren. Zwar hatte ich das Sagen, kam allerdings sehr spaet am Dogdrop an und schoss Videos am Start des Rennens.
Dies war das Jahr als die Crew mir zum ersten Mal auf die Schulter klopfte und sagte: „Peter, mach dir keine Sorgen. Wir haben das alles unter Kontrolle. Falls irgendetwas schief laeuft, verweisen wir allerdings auf dich.“
Zu einer Zeit in der manche hochstehenden Leute im YQ begannen uns als ‚zu organisiert‘ anzusehen und uns recht mageren Gelder gestrichen wurden, wurde ich zur politischen Front des Dogdrops.
In 101 schoss ich meist Videos und kochte fuer Musher. Die Crew hatte alles unter Kontrolle.

 
(Danke an Nordmann fuer ein 101 Koch-Photo von mir. Viva Colonia…, ihr seit uns Neussern ja schon zu Napoleons Zeiten zur Hilfe gekommen. Wie waer’s wenn DU mal in 101 kochst… ?    )

In 2005 stellte ich mich unter Protest aus politischen Gruenden dem YQ Council nicht mehr zur Wiederwahl. Ich war nicht der einzige Council Member, der sich zu dieser bitteren Entscheidung durchrang.