Mile 101 Blog II

Januar 3, 2008

Obwohl das Quest seit dem Eagle Summit Drama in 2006 sehr gluecklich ueber unser Tech-Team und unserer Verbindung zur Aussenwelt ist musste ich zu meinem eigenen Leidwesen feststellen, dass Brad in 2007 fuer die von ihm gestellte Satellitenschuessel, Benzin und Internetverbindungen ueber seine persoenlichen Konten und fuer seine Arbeit immer noch nicht vom YQ bezahlt wurde.
„Im Prinzip ist es eine Schande, aber ich rege mich nicht drueber auf.“
Unser Gespraech ging in eine eher ungewuenschte Richtung: „Seit Jahren ist das Yukon Quest damit beschaeftigt sich ueber Mile 101 aufzuregen. Vielleicht sollten wir Mile 101 einfach mal so laufen lassen wie es anscheindend gewuenscht wird:
Kein Internet, keine Mahlzeiten fuer Musher oder Handler, keine Lager zum schlafen.“
Ja, vielleicht sollte wir dies tuen um dem Rennen zu zeigen was wir denken…., aber wir sind nicht fuer das Rennen da, sondern fuer die Musher.
Natuerlich wird Brad wieder eine Satellitenschuessel aufbauen und das Internettelephon installieren, das in 2006 so viel Hilfe geleistet hat.
Es geht uns ja wie gesagt nicht um’s Rennen sondern um die Musher.
Brad kommt zurueck…..
Danke, Brad !!
Eric Cosmutto….
ein 9000 $ Motorschlitten und 20 Jahre Winterwildniserfahrung auf Flusseis und Bergen.
Ihm galt mein naechster Anruf.
Als Manager des 101 Dogdrops hielt ich es schon vor Jahren fuer wichtig zumindest einen erfahrenen Motorschlittenfahrer im Team zu haben. Man darf Eagle Summit nicht unterschaetzen aber es war seit langen Jahren klar, dass irgendjemand genau dies tuen wird.
Monte Barnett war unser bester Motorschlittenfahrer von 1998 bis 2004. Dann allerdings wurde er stolzer Vater von Zwillingen und musste etwas mehr Geld verdienen um seine beiden Soehne (inzwischen uebrigens drei) gross zu ziehen.
Ich setzte eine Anzeige ins Internet um einen neuen – aber erfahrenen – Motorschlittenfahrer in unser Team zu bringen.
Eric Cosmutto war ohne Zweifel die beste Wahl.
Sein militaerischer Hintergrund (Survival) und sein Lachen brachte jeden alten 101 Crew Member dazu ihn sofort zu moegen.
Ich zeigte damals im Dogdrop auf Eagle Summit und meinte:
„Tue den Mushern einen Gefallen, fahr da hoch und markiere den Trail.“ – „Kein Problem“, … und dann natuerlich eben Eric’s typisches Grinsen mit den Gesichtszuegen eines Mannes dem der 45. Geburtstag nicht quer im Magen liegt.
Angst hatte ich um den Mann nur einmal.
Die nie erzaehlte YQ Geschichte des 2006 Dramas auf Eagle Summit begann eigendlich damit, dass selbst ich nicht mehr erlaubt war zu filmen. Angst breitete sich aus und einem Kameramann der damals noch filmte, wurde von den ‚Offiziellen‘ einfach der Film weg genommen. Danach wurde er rausgeschmissen.
Hans Gatt’s 2006 Kommentar nach der Ueberquerung von Eagle Summit „Ich wuerde mich nicht wundern, wenn heute nacht dort oben jemand stirbt“ war absolut unnoetig, fuehrte aber zu weit mehr als er sich damals dachte.
5 Musher und ueber 50 Hunde waren am kommenden Tag auf Eagle Summit verschollen.

Unser Motorschlittenfahrer Eric ruestete sich mit einem kleinen Rucksack, Wasser und einem Funkgeraet aus: „Ich finde die schon….“
Eine Stunde spaeter hoehrten wir ihn durch Rauschen ueber Funk:
“ Ich habe zwei Teams gefunden.  Beide Teams sind ok. Ich bin weiter zum Gipfel gefahren. Sichtweite ist 10 Meter. Schaetze Windgeschwindigkeit auf 60 mi/hr. (90 km/h) Ich habe mich eingegraben und werde auf besseres Wetter warten. Irgendwo hier in der Gegend bibt es Kliffe… habe keine Lust ueber irgendeine Kante zu fahren. Schalte das  Funkgeraet aus um Batterie zu sparen. Ist das angekommen….?“
„Haben wir verstanden, Eric.“ – „Verdammt kalt hier oben, werde das Funkgeraet jetzt ausschalten. Eric… out“
Ein recht unterkuehlter Eric kam 6 Stunden spaeter ins Camp zurueck nachdem der Sturm nachliess und gab dem Piloten des US Airforce Blackhawk Helikopters GPS-Daten um Musher vom Berg zu evakuieren.
Eric ist ein wichtiger Teil unseres Teams, aber die YQ Trailbreakers haben dies auch herausgefunden. Das YQ hat ihn geheuert um den gesamten Trail zu fahren.
Ich bin froh, dass er trotzdem nach 101 rauskommt um den Trail bis zum Gipfel besser abzustecken und uns einen Trailreport zu geben.
(Ende Teil 2)

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Mile 101 Blog I

Januar 3, 2008

Nun ja,
Ragnar (der Herr, dem diese Website gehoert) hat mir vor einigen Monaten gesagt, dass ich auch dieses Jahr ein ‚Dogdrop Mile 101‘ Blog posten sollte falls ich Lust haette.
Vielen Leuten mag es seltsam vorkommen, dass solch ein Blog schon 2 Monate vor dem Rennen beginnt, aber glaubt mir…., du kriegst die Jungs, die eine verschneite und verfallene Bruchbude ohne Elekrizitaet am Fuss von Eagle Summit fuer Musher offenhalten sollen nicht uebers Wochenende zusammen.
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Dies ist ein Blog, und in keinster Weise mit der offiziellen Meinung des Yukon Quest verbunden. Ich werde mich bemuehen alles im besten Sinne des Rennens zu beschreiben, nehme mir allerdings das Recht gewisse Dinge genau so nieder zu schreiben wie sie passieren, bzw wie ich sie sehe.
Fast jedes Blog auf dem Internet besteht zumindest zum Teil aus persoenlichen Ansichten, und ich werde die meinigen sicherlich nicht zurueckhalten.
‚Politisch inkorrekt‘ ist der Realitaet oft naher als die offizelle Wahrheit.
Ich hoffe, dass sich keiner ueber meine persoenlichen Meinungen stoert die in diesem Blog enthalten sein werden.
Irgendwie brauche ich ja auch einen Grund um zu schreiben…..
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Mittwoch, 12. Dezember

Noch drei Tage bis die offizielle Anmeldung fuer’s Quest endet. Kyla Boivin hat sich anscheinend erst gestern angemeldet, was die Gruppe der Musher auf 25 bringt.
Mit extra 1000 $ darf man sich allerdingsbis zum 15. Januar anmelden. Ich warte auf Hans Gatt.
Es waere laecherlich, wenn man Lance Mackey den Sieg einfach schenken wuerde.
Lance trainiert im Augenblick mit Ken Anderson, einem hervorragendem Iditarod Musher. Ich bezweifele allerdings, dass Lance mit einem Musher trainiert, der ihn schlagen kann. Im schlimmsten Fall sieht er Ken als die groesste Gefahr an.
Lasst mich hier nur sagen, dass Lance Mackey wenige Fehler macht. Ich vermute, dass er mehr daran interessiert ist Ken’s Hunde zu sehen als mit ihm zu mushen.
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Obwohl die offizielle Nachricht des Quest besagt, dass der Trail ueber Eagle Summit nicht mehr befahren werden soll und damit Mile 101 als Dogdrop in Frage steht, habe ich inoffiziell Infos erhalten die besagen, dass 101 weiter bestehen wird (und der Trail wahrscheinlich nicht geaendert wird.)
Es ist also Zeit, die Jungs zusammen zu rufen.
Als erstes waehlte ich die Handy-Nummer von Mike Bowman.
Mike, ein 50jaehriger Alaskaner und sein deutscher Schaeferhund ‚Precious‘ leben ausserhalb von Fairbanks in einer Huette ohne Strom. Dies ist auch der Grund, wieso er einen Handy hat auf dem man Nachrichten hinterlassen kann.
Er ruft diese Nachrichten ab wenn er in die Stadt (in Handy-Reichweite des hiessigen Handy-Netztes) kommt.
Um Missverstaendnisse im Minimm zu halten sollte hier gesagt werden, dass ich nur ‚offiziell‘ der Manager von Mile 101 bin.
In Wahrheit ist Mike Bowman seit 2 Jahren der Mann, der vor uns allen dort hochgeht und die Huetten aufwaermt. Ich bin nur der Mann, der die Jungs zusammen ruft.
Mike ist der inoffizelle Manager von 101. Wie er so schoen sagt: “ Peter, mach dir keine Sorgen, ich habe das alles unter Kontrolle. Du musst dir nur Sorgen machen, wenn OFFIZIELL etwas schief laeuft, denn damit will ich nix zu tuen haben.“ – Das ist Mike. Weisse Haare bis auf die Schultern.
Ich habe keine Ahnung was ich ohne ihn tuen wuerde.

Der zweite Anruf galt Brad Brooks.
Brad ist einer der zwei Maenner des 101 Tech-Teams.
Er macht Geld indem er Satellitenschuesseln aufstellt und sich mit Helikoptern auf irgendwelche Berge fliegen laesst um neue Handy-Verbindungen herzustellen. Brad wiegt 150 kg, braucht eine neue Niere, hat mehrere Zehen am linken Fuss abgeschnitten bekommen und ist einer der zwei Maenner hinter den Videos aus Mile 101. Er ist einer der haerteren Maenner im Team……